Ironman Copenhagen – Bericht von Oliver Lieblein

KMD Ironman Copenhagen die Zweite

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Im Kopf begann mein dritter Ironman bereits am Abend des 15.08.2015. Ich hatte gerade ein paar Stunden zuvor die Finishline in Kalmar beim IM Schweden überquert und schaute mir bei der Happy Hour die letzten Finisher um kurz nach 23 Uhr an. Angesteckt von dieser Atmosphäre wollte ich die Stunden zuvor erlebten Gefühle auch im folgenden Jahr wieder erleben. Um mir die Vorbereitung etwas einfacher zu machen, wollte ich auf einen mir bekannten Wettkampf zurückgreifen und im Sommer 2016 nach Kopenhagen zurückkehren. Direkt mit dem Freischalten der Anmeldung meldete ich mich noch aus dem Schwedenurlaub für den KMD Ironman Copenhagen 2016 an. Das Abenteuer konnte beginnen. Neben meinem neuen Job startete das gezielte Training im Februar. Für Jürgen, der mich auch auf meinen dritten Ironman vorbereiten sollte, kam dieses Mal die knifflige Aufgabe zu, mehr Leistung bei weniger Trainingszeit aus mir heraus zu kitzeln. Somit stand die Qualität des Trainings immer im Vordergrund. Durch die hohen Belastungen zwickte es leider deutlich öfter in meinem Körper als in den Jahren zuvor, dafür blieb ich weitestgehend von Erkältungen verschont. Unterm Strich reiste ich mit im Schnitt 9 Wochenstunden, bestehend aus 60 Schwimmkilometern – vielleicht etwas zu wenig -, 5200 Radkilometern und 850 Laufkilometern, im Jahr 2016 nach Kopenhagen. Bereits mit der Anmeldung hatte ich den Traum im Hinterkopf, die 9:30 Stunden zu knacken. Da aber ein IM-Tag doch sehr lang ist und einige Tücken aufweisen kann, sollte dieses Ergebnis mein Maximalziel sein. Mit einer ausgeklügelten Renntaktik wollte ich es angehen. Die Wettervorhersagen sahen gut aus und mit jedem Tag Ruhe in der Wettkampfwoche fühlte ich mich besser. Ich war heiß auf das Rennen und freute mich, endlich Früchte meiner hart erkämpften Trainingseinheiten zu ernten. Es ist immer wieder unbeschreiblich, welch eine Stimmung am Morgen vor einem Ironman-Start herrscht.

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Über 3200 Athleten sind hoch konzentriert, erwartungs- und respektvoll und mit einer gewissen Vorfreude im Vorstartbereich und wollen einfach nur noch raus ins Wasser. Die Minuten, bevor ich mich von meinen Supportern verabschiede und in den Vorstartbereich gehe, sind für mich die grauenvollsten überhaupt. Auch dieses Jahr erging es mir wieder so. Am liebsten würde ich umdrehen und gehen – sollen die doch den Wahnsinn alleine machen! Stehe ich dann aber alleine und gedrängt mit all den anderen Verrückten im abgesperrten Bereich, werde ich eins mit der oben beschrieben Stimmung. Dann darf es los gehen! Das ging es schließlich auch. Mit dem rollenden Start wurden alle fünf Sekunden sechs von uns ins Wasser geschickt. Ob diese Startprozedur jetzt der Weisheit letzter Schluss ist, möchte ich nicht beurteilen. Jedenfalls fiel es sehr viel schwerer, passende Füße zu finden und die Lücken auf der Schwimmstrecke waren recht groß. Bedingt durch das wenige Schwimmtraining, galt es für mich, die Auftaktdisziplin nur zu überleben und nach Möglichkeit nicht zu viel Zeit zu verlieren. Im Vorfeld hatte ich mir eine glatte Stunde erhofft und es fühlte sich auch definitiv so an. Die Uhr war jedoch anderer Meinung und ich ließ drei Minuten im Wasser liegen. Aber alles in allem verlief das Schwimmen ziemlich unspektakulär. Es gab mal einen fiesen Tritt und ich dachte für einen Moment, der Kopf würde mir wegfliegen, und ab 3200 Meter wurden die Ärmchen recht müde, trotzdem erreichte ich T1 nach 1:03:22 Stunden.

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Die Wechsel sind dieses Jahr einfach nicht meins. In den Ligarennen ging schon ständig etwas schief und so war es auch hier. Freundlicherweise schützten die Helfer unsere abgegebenen Beutelinhalte vor dem nächtlichen Regen, indem sie die Beutel zubanden. Leider bekam ich den Knoten mit meinen kalten Händen nicht auf und so stand ich im Zelt und verzweifelte mit den müden Armen und kalten Fingern an meinem Beutel. Der dicke Helm und die Radschuhe wollten einfach nicht raus. Nach gefühlten Stunden ging das Ding endlich auf und ich konnte mich für das Radfahren fertig machen. Nun musste ich den Neo noch schnell in den Beutel packen, diesen in die Tonne werfen und bevor es zum Rad ging wollte ich noch schnell am Dixi vorbei und das Meerwasser in der Wechselzone lassen. Doof nur, wenn das Rad vorne bei den Profis steht und man an keinem Dixi vorbei kommt. Somit musste der Plan umgeworfen werden. Jetzt hieß es, zunächst aufs Rad und bis zur nächsten Verpflegungsstation fahren, da gab es Dixis und so dringend war es ja auch nicht! Bereits auf den ersten Kilometern fühlte ich mich gut und konnte auf dem Teil durch die Innenstadt von Kopenhagen einige Plätze gut machen. Durch einige Richtungswechsel fiel es mir allerdings recht schwer, den geplanten Rhythmus zu finden. Die ersten 15 Kilometer lagen über meinen angestrebten Wattwerten. Ich musste mich immer wieder bremsen und der Versuchen widerstehen, mit einigen an mir vorbeischießenden Athleten mitzufahren. Erste Zweifel machten sich im Kopf breit. Ich fuhr bereits über Soll und trotzdem zogen einige an mir vorbei. Trotz dieser Tatsache versuchte ich weiterhin, meinen Rhythmus zu finden und die Konzentration nur auf mich zu lenken.

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Nach 35 Kilometern machte die Strecke eine 90°-Kurve und der Kurs führte in das wellige Hinterland von Kopenhagen. Schnell merkte ich, dass ich an den einzelnen kleinen Anstiegen wieder sehr schnell Zeit auf die anderen Athleten gut machen konnte. Die Fahrt war aber weiterhin nicht wirklich rhythmisch und die Wattzahlen schwankten zwischen: „Ich zerstöre mich hier gerade“ und „Manches Warmfahren ist schneller“. Aus den Trainingskilometern wusste ich, solch eine Fahrweise tut mir nicht gut und die Selbstgespräche im Kopf wurden etwas schärfer. Welche Ausdrücke ich mir selbst an den Kopf warf, mit der Nachfrage, was ich hier eigentlich gerade abliefere, erspare ich mir jetzt an dieser Stelle. Freundlich klingt anders! Jedenfalls war ich zu diesem Zeitpunkt so mit mir beschäftigt, dass ich an einen Stopp bei einem Dixi nicht mehr dachte. Vielmehr gingen mir die letzten zwölf Jahre Triathlonsport durch den Kopf. Die vielen Momente, die ich erlebt habe. Die unterschiedlichen Menschen, die ich kennengelernt habe. Die vielen Stunden Quälerei im Training. Irgendwie hatte ich zu diesem Zeitpunkt im Rennen das Gefühl, dass diese Quälerei auch irgendwann mal ein Ende haben darf. Die Freude am Quälen war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr da. Die alles entscheidende Sinnfrage: „Warum?“, stellte sich mir. Aber nicht so lapidar wie sonst, sondern zum ersten Mal kam sie mir berechtigt vor. Ich musste an die Entbehrungen der letzten Monate denken, nicht nur an meine. Die ganze Familie hatte gerade in den letzten Langdistanzjahren einige Einschnitte hinnehmen müssen. Nur dafür, dass ich hier einer Zeit nachjagte, die den Wert einer goldenen Ananas gleichkommt. Zu diesem Zeitpunkt war ich ziemlich negativ drauf! Nach einem längeren Anstieg bei Kilometer 75 kam ich endlich in den mir so sehr gewünschten Rhythmus. Ab diesem Moment fing mir der Wettkampf an Spaß zu machen.

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Mein Kopf sagte mir, jetzt funktioniert es so, wie Jürgen und ich es im Vorfeld ausgerechnet hatten. Meine Pulswerte gingen leicht nach unten, trotz gleichbleibender Wattwerte und Geschwindigkeit. Auch kamen mir vereinzelt Athleten von vorne näher, was die Stimmung weiter erhöhte. Unglaubliche Vorfreude hatte ich auf Kilometer 92. Dort standen meine Supporter und auch wenn es nur ein sehr kurzer Moment war, an dem ich vorbei rauschte, tat es unheimlich gut, alle kurz zu sehen. Auch war an dieser Stelle schon mehr als die Hälfte der Radstrecke geschafft und da es gerade richtig gut lief, freute ich mich auf die zweite Runde. Die Küstenstraße fühlte sich bei der zweiten Durchfahrt wesentlich besser an als noch am Morgen und Kilometer um Kilometer ratterten runter. Perfekt konnte ich den Schnitt halten, fühlte mich gut und dachte zum ersten Mal wieder an einen Toilettenstopp. Jetzt war ich aber gerade so im Flow, auf keinen Fall wollte ich jetzt anhalten. Konzentration wieder auf das Display mit den Werten, die Straße und die Sitzposition richten und nur nicht an ein Dixi denken. Kurz bevor es ein zweites Mal den längeren Anstieg hoch gehen sollte, machten sich meine Beine bemerkbar. Super! Irgendwie fühlten sie sich angeschlagen an. Es waren noch knapp 30 Kilometer zu fahren. Da ich zu diesem Zeitpunkt immer noch knapp über meinem Schnitt lag, nahm ich etwas raus, ohne dass ich mir weiter Sorgen machen musste. Der Anstieg tat dann aber doch schon etwas mehr weh. Aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahre versuchte ich nun nicht auf Biegen und Brechen, meine Werte durchzuziehen, sondern nahm die letzten 20 Kilometer bewusst raus. Das hatte zwar zur Folge, dass einige Athleten wieder an mir vorbei fuhren, aber ich wollte mir nicht schon wieder das Laufen auf dem Rad zerstören. Bei der Anfahrt zur Wechselzone mussten wieder einige Richtungswechsel in den Straßen von Kopenhagen gefahren werden. Das Rausbeschleunigen fühlte sich überhaupt nicht mehr gut an und wieder hatte ich Zweifel, ob ich auf den ersten 70 Kilometer wegen meiner unklugen Fahrweise zu viele Körner gelassen hatte. Würde es wieder ein sehr langer Marathon werden? Fragen über Fragen, die ich aber nicht wirklich zu Ende denken konnte. So langsam wurde es Zeit, das Rad abzustellen, denn ein Dixistopp war nach 180 Kilometern jetzt dringend nötig. Auch wollte ich dieses Mal einen besseren Abstieg hinlegen als zwei Jahre zuvor.

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Somit Konzentration auf das Absteigen und nach 4:50:10 Stunden konnte ich das Rad übergeben und voller Vorfreude Richtung Wechselbeutel, Wechselzelt und Dixi rennen. Letztes musste aber noch einmal eine Ewigkeit warten. Auch diesen Beutel bekam ich wieder nicht auf. Es war zum Verzweifeln. Ich hätte im Vorfeld einen Kurs in Knotenkunde belegen sollen. Irgendwann war auch diese Hürde genommen. Die Radsachen und den Helm im Beutel verstaut, die Laufschuhe an den Füßen, die Cap auf dem Kopf und endlich ging es zum Dixi! Kein schlechtes Gefühl! Die ersten Meter raus aus der Wechselzone fühlten sich überraschend gut an. Waren die Beine auf den letzten Radkilometern doch sehr angeschlagen, spürte ich auf den ersten Metern nur das bekannte unrunde Laufen nach einer langen Radausfahrt. Anders als fünf Stunden zuvor fand ich sehr schnell einen Rhythmus. Zwar lag dieser etwas unterhalb der vorgegebenen Kilometerzeit, trotzdem lief ich in diesem Tempo weiter. Im Training hatte ich das bereits öfters auf dem Highway an der Fulda erlebt: Wenn ich etwas schneller lief, stimmte der Bewegungsablauf besser und ich fühlte mich wohler. Ursprünglich wollte ich mich mit Gels versorgen, das ich in kleine Fläschchen an meinem Trinkgürtel gefüllt hatte. Aber der Gürtel nervte mich bereits nach drei Kilometern so sehr, dass ich ihn Meike zuwarf und mich voll und ganz auf die Zauberwirkung von Cola und Red Bull verließ. Getragen von der unglaublichen Stimmung an der Stecke konnte ich die erste von vier Runden sehr gut hinter mich bringen. Als sehr ätzend empfand ich die Kopfsteinpflaster- Abschnitte. Die schmerzten schon sehr und ich spürte die Tiefenmuskulatur. Im Hinterkopf machten sich Gedanken breit, wie das in Runde zwei, drei und vier wohl werden würde?

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Erst mal ging es aber wieder zurück in die Innenstadt. Marco und Paddy hatten sich kurz vor dem ersten Wendepunkt der Strecke positioniert und beim Vorbeilaufen rief ich ihnen zu, ob sie vielleicht ein Knoppers hätten. Ich hatte abartige Lust auf ein Knoppers und am Vortag hatte ich gesehen, wie welche in die Verpflegungstaschen der Supporter gepackt wurden. Als ich mit großer Erwartung drei Minuten später wieder an den beiden vorbei lief, feuerten sie mich zwar an, aber ein Knoppers gab es leider nicht. Hinterher erfuhr ich: Meine Anfrage wurde fehlinterpretiert. Nach dem Motto: Der ist ja lustig drauf, dann kann es ihm ja nicht schlecht gehen! Somit verabschiedete ich mich von dem leckeren Gedanken. Nun hieß es wieder einmal quer durch die Innenstadt. Um meine Geschwindigkeit zu halten, musste ich mich aber immer mehr nur auf das Laufen konzentrieren. Ich hatte auch nicht mehr so die Kraft, bei bekannten Gesichtern am Streckenrand irgendwelche Regungen zu zeigen. Wie ich es erwartet hatte, gingen die letzten vermeintlichen Reserven auf dem Kopfsteinpflasterstück flöten. Der erste Gedanke war, nicht schon wieder! Im Vorfeld hatte ich mir aber vorgenommen, dieses Mal nicht krampfhaft durchzuziehen, sondern an der nächsten Verpflegungsstation einen Stopp einzulegen. Das tat ich auch. Ich blieb stehen und nahm erstmal alles, was es gab. In diesem Moment lernte ich auch meine neue Leidenschaft für Tuc-Kekse kennen. Diese kleinen, etwas staubigen Dinger weckten wieder die Lebensgeister in mir. Auch wusste ich: 500 Meter hinter der nächsten Kurve wartete Timm auf mich und so konnte ich mich nicht hängen lassen. Nach zwei Minuten Stehpause ging es wieder weiter. Es tat abartig weh, aber es lief deutlich besser als noch kurz vor meiner Pause. Auch fand ich recht schnell wieder meinen Rhythmus, musste mich allerdings immer wieder zum Weiterlaufen antreiben. Als ich wieder Richtung Innenstadt kam und bei Sabrina und Jens vorbeilief, hatte ich fast wieder die ursprüngliche Geschwindigkeit erreicht. Sehr motivierend war zu diesem Zeitpunkt auch die Straßenbemalung von Buschi. Sie half mir ungemein, mich weiter anzutreiben. So viele Leute waren extra wegen mir hier nach Kopenhagen gekommen und ich wollte jetzt nicht nachgeben; ich konnte es nicht. Ich musste weiter, egal was der Körper dazu meinte. Als ich bei meiner Mutter und Schwiegermutter am Zielkanal vorbei lief, wusste ich, die Hälfte vom Marathon ist geschafft. Bis auf den Stopp lief ich zudem noch recht ordentlich. Jetzt musste ich halt einfach kämpfen. Maren und Meike versorgten mich, wie jede Runde mit Abständen und Zeiten und ich merkte: Die anderen in der Altersklasse litten gerade genauso wie ich. Nicht, dass mir das Leid der anderen gefallen hätte, aber es baute mich doch wieder etwas auf. Auch in Runde drei gab es kein Knoppers am südlichen Wendepunkt, dafür aber ein persönliches Highlight: Julia hatte sich mittlerweile mit ihrem Klappstuhl mitten auf eine Verkehrsinsel in die Mitte der Straße gesetzt und feuerte an! Auch wenn mir zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich zu Lachen zumute war, feierte ich mich innerlich weg. Bestimmt zwei Kilometer lenkte mich das Bild ab. Nach dem besagten Kopfsteinpflasterstück nahm ich mir auch in Runde 3 eine Auszeit. Zwar kam ich danach nicht mehr ganz auf meine erhoffte Geschwindigkeit, trotzdem war es für mich die deutlich bessere Variante, als mich durchzuschleppen, wie inden vergangenen Jahren. Mit dem Gedanken, für alle, die da waren, immer weiter zulaufen und mit Tuc-Keksen im Mund ging es von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation. Auf der vierten Runde war ich vollkommen fertig.

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Es war ein Spiel im Kopf zwischen: „Bleib doch einfach stehen!“ und „Lauf gefälligst mit der Geschwindigkeit weiter. Dafür hast du trainiert, du willst dich doch jetzt hier nicht hängen lassen.“ Mehr weiß ich von der vierten Runde bis Kilometer 40 nicht mehr. Und dann kamen sie, die letzten zwei Kilometer. Es ist egal, wie schlecht es einem vorher ging. Diese Kilometer sind jedes Mal der Wahnsinn. Es tut nichts mehr weh, die Geräusche um einen herum werden viel intensiver. Die Wahrnehmung ist auf 100 Prozent geschaltet. Gesteigert wird dieses Gefühl schlussendlich mit dem Abbiegen auf den roten Teppich. Den Zielbogen vor Augen und diese ganzen Quälereien liegen hinter einem. Man hat es geschafft, nicht nur diese Strecke, auch die Vorbereitung, die Entbehrungen und in meinem Fall dieses Jahr, den Kampf gegen sich selber. Als ich mich zwei Meter hinter der Linie auf die Erde gelegt habe, wusste ich nicht, was mehr leer war: mein Körper oder mein Kopf. In diesem Rennen gab es so viele Tiefen und rückblickend ist es für mich wertvoller, immer wieder aus diesen Tälern heraus gekommen zu sein, als endlich mit 3:24:42 Stunden unter 3:30 Stunden den Marathon gelaufen zu sein oder meine persönliche Schallmauer von 9:30 Stunden geknackt zu haben.

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Die Dankesworte am Ende der Berichte sind ja mittlerweile obligatorisch. Aber eines ist sicher, sie kommen von ganzem Herzen, denn ohne die Menschen hinter solch einer Aktion würde es für mich jedenfalls nicht funktionieren. Maren, du hast auch dieses Jahr wieder zu 100 Prozent hinter mir gestanden. Nicht nur, dass du viele Dinge ertragen, erduldet und ausgehalten hast. Du hast mich immer wieder motiviert, in den Hintern getreten und das private Leben daheim organisiert. Dafür bin ich dir unendlich dankbar. Ein riesiges Dankeschön an Gaby und Willi. Ihr habt mir den Willen und das Durchhaltevermögen mit auf den Weg gegeben. Mir gezeigt, immer an mich selbst zu glauben und zu kämpfen. Es war total schön, dass du dabei warst, Gaby. Und Willi, ich weiß, wie sehr du daheim mitgefiebert hast! Unglaublich, die Familie! Wieder wart ihr für mich da! Meike, ohne deine traditionelle Rückenmassage am Vortag wäre nichts gegangen und es tut mir Leid, dass du dir vor den Rennen immer so Sorgen um meine Gesundheit machst! Marco, danke für die vielen gemeinsamen Trainingsstunden im Vorfeld, deine Kochkünste, um die leeren Speicher zu füllen, und am Wettkampftag selbst für technische Rettungen und einfach für das Dabeisein. Es ist immer ein gutes Gefühl, bei dir vorbei zu kommen. Julia, was soll ich sagen! Eiskalt mit dickem Bauch durchgezogen, mich perfekt unterstützt, auch mental. „Wenn Julia den Tag mit dickem Bauch durchzieht, schaffe ich das auch!“ Und du hast mir ein Bild für die Ewigkeit geschenkt. Timm, du warst in jeder Runde der Anker hinten am gefühlten Ende der Welt. Es tat einfach gut, dich dort zu wissen. Auch wenn du andere Geschwindigkeiten gewohnt bist, habe ich versucht, mir immer besonders viel Mühe bei dir zu geben. Sigrid, es hat mich wahnsinnig gefreut, dass du mit Gaby dabei warst. Immer wenn ich bei euch vorbei kam, konnte ich eine Runde abziehen. Somit habe ich mich auf euch zwei immer am meisten gefreut. Unglaublich viel Kraft gibt auch der Rest der Familie daheim. Auch wenn ihr nicht vor Ort seid, in meinem Kopf seid ihr immer da, weil ich weiß, ihr sitzt vor dem Rechner und verfolgt mich, fiebert mit mir mit und drückt mir die Daumen.

Vielen lieben Dank an meine Freunde Sabrina, Jens und Paddy, die verrückter Weise auch dieses Jahr mit an der Strecke waren. Wie ich oben schon beschrieben habe, ihr gebt mir im Rennen so viel Kraft, um weiter zu machen. Es ist einfach so schön, euch immer wieder zu sehen, auch wenn ich nicht immer reagiere. Ich nehme eure Anfeuerung immer wahr und es treibt mich immer wieder weiter an. Buschi… Danke für den „Oli Hase“ – das war eine mega Aktion! Ein großes Dankeschön geht an meinen Ligakapitän, den Rudelmann. Aus mir noch unerklärlichen Gründen hast du mir die Vorbereitung dieses Jahr doch deutlich erleichtert, weil du des Öfteren mit dabei warst. Warum tust du dir das an? Danke für deine Gespräche, den Austausch und das Aushalten! An den Rest aus meinem Team: Auch wenn wir dieses Jahr leider nicht so viel zusammen trainiert haben, habt ihr die eine oder andere Einheit mit mir durchgezogen. Zudem möchte ich mich für euer Verständnis bedanken, dass ich das letzte Rennen nicht mehr mitgemacht habe!

Vielen Dank an Tobi Korell, für die doch immer etwas längeren Telefonate, bei denen ich mich ausheulen kann. Deine Endzeit werde ich wohl nie erreichen, aber ich bin näher gekommen! Danke an Peggy für den Ansporn so kurz vorm Rennen – ich hoffe wir gehen trotzdem mal gemeinsam laufen! Auch ein dickes Dankeschön an Latzi, ich werde nun mal nicht jünger und die Zipperlein nehmen immer mehr zu. Du hast es aber immer wieder gerade gebogen, auch wenn manchmal gefühlt nichts mehr ging. Natürlich will ich mich auch bei allen Freunden und Bekannten bedanken, die mitgefiebert haben und mir gratuliert haben oder dies noch machen werden… Fühlt euch bitte nicht auf den Schlips getreten, wenn ich euch nicht namentlich erwähnt habe! Mein letzter riesengroßer Dank geht an die Trainingsgruppe OJ! Es war wieder eine super Vorbereitung, die du mir da angetan hast, Jürgen. Ich weiß, ich habe es dir mit den Vorgaben nicht leicht gemacht! Aber du hast wieder einen absolut genialen Masterplan aus dem Hut gezaubert. Keine Ahnung, wie du das machst. Ist mir auch egal, denn es funktioniert! Es ist einfach toll, dich an der Seite zu wissen, auch wenn manche Einheiten etwas unkonventionell sind. Ich kann mich immer auf einen Leistungszuwachs freuen. Janne, auch wenn die gemeinsamen Einheiten sich nur noch auf Zwift beschränken, die Telefonate und der Austausch sind mir immer wieder eine große Freude und vielleicht starten wir ja irgendwann noch einmal gemeinsam irgendwo?!

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