Drama in 7 Etappen

„Schwalbe Tour Transalp 2013  powered by Sigma“ – die kälteste und nasseste Transalp der Geschichte.

Eine Woche mit unfassbar vielen Erfahrungen für Yvonne und Katharina (KSV Baunatal) – hier eine kurze Zusammenfassung oder vielmehr ein Erlebnisbericht:

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Katharina und ich auf unserer 7tägigen Alpenüberquerung

Etappe 1: Sonthofen – St.Anton (124,8km + 2279 Hm)
Der erste Tag startet zunächst gut. Im nervigen neutralisierten Start beginnt die Etappe etwas ruppig aber es rollt gut bis zum ersten Passanstieg. Auf dem Pass dann die erste neue Erfahrung: Nebel…und zwar so dicht, dass man das Hinterrad seines Vordermannes nahezu nicht mehr sieht. Immer wieder hört man plötzlich aus dem Nichts Trillerpfeifen und steht Sekunden später vor Helfern, die die Richtung weisen. In einem Tunnel in der Abfahrt plötzlich Stop: Vor uns ein schwerverletzter Fahrer auf der Straße. Der Notarzt trifft gerade ein. Weiter gehts durch dichten Nebel und kalte Temperaturen. Kurz vor dem Ziel ein weiterer Notarzteinsatz vor uns.
Am Abend die schockierende Nachricht, dass der Fahrer des zweiten Unfalls direkt dort verstorben ist. Die Veranstaltung wirkt auf mich zu diesem Zeitpunkt fast bedrohlich.

Etappe 2: St. Anton – Imst
Diese Etappe wurde zweimal umgeplant. Zunächst wegen Steinschlag.
Letztlich wird die Etappe ganz abgesagt. Das Wetter hat krass umgeschlagen, ab 1500m übelste Schneefälle. Der Tag geht mit einer reinen Überführungsetappe nach Imst über 45km im strömenden Regen einher.
Die Stimmung erreicht bei mir ihren Tiefpunkt. Tag 2 und ich hab keinen Bock mehr…toll.

Etappe 3: Imst – Zernez (110,02km + 2474 Hm)
Die heutige Etappe findet wie geplant statt. Beim Start hat es sogar aufgehört zu regnen. Gleich zu Beginn geht es in der Anstieg der Pillerhöhe, und da ist er wieder: der Regen. Die Abfahrt erweist sich als unglaublich eisig, ich verliere meine Teampartnerin aus den Augen. bereits nach 30km bin ich nass bis auf die Haut und halb erfroren. Drei weitere Pässe warten auf mich und erweisen sich als irre steil. Der Plan, heute die Beine nicht dick zu fahren platzt wie eine Seifenblase. Aber es läuft…steile Anstiege scheinen mein Ding zu sein. Und das fast ohne Bergtraining

Etappe 4: Zernez – Livigno (136,91km + 3994 Hm)
Die Königsetappe: noch nie gab es eine so lange Etappe mit so vielen Höhenmetern. Zunächst über den Ofenpass lief alles recht entspannt. Ab Km55 ging es in den Anstieg des Stilfserjochs (Stelvio), der sich über 25km auf ca. 2800m Höhe hinaufschraubte. Ein schier endlos langer Anstieg mit 48 Kehren, der im Schnee endete. Neben uns liefen Skitests am Hang und wieder einmal war es kalt. Die lange Abfahrt machte es nicht besser. Den Stelvio besiegt lagen noch zwei weitere Pässe an diesem Tag vor mir. Zu meinem Pech blockte mein Magen an diesem Tag jegliche Nahrungsaufnahme und ließ mich mit Übelkeit die letzten 40km sehr beschwerlich fahren.

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Nur noch 4 von 48Kehren bis nach oben…


Etappe 5: Livigno – Aprica (116,66km + 2878 Hm)
Start bei -2°C und gefrorenen Autoscheiben. Nach der knackigen Etappe gestern hielt die heutige Etappe den gefürchteten Anstieg des Mortirolo bereit. Über 12km ging es mit einer gemittelten Steigung von über 12% bergan. Und wiedererwartend lief es verdammt gut! Neben mir schoben Fahrer ihr Rad den Berg hinauf, doch ich war wild entschlossen, dass ich das nicht tun würde. Vorbei am Pantani-Denkmal ging es in übelsten Kehren nach oben. Und dann wars auch schon geschafft. Ein echter Hammer…aber einfach nur geil! Die letzten Kilometer mit Bergankunft in Aprica liefen danach wie von selbst.

Etappe 6: Aprica – Kaltern (144,2km + 2890 Hm)

Die längste Etappe in 2013. Bereits im ersten Anstieg des Passo Tonale wurden wir einmal mehr vom Wetter überrascht. Es wurde bergauf immer kälter. Oben angekommen hatten wir Dauerregen und 2°C. Die Abfahrt wurde zur Tortur. Es wurde so kalt, dass ich unkontrolliert zu zittern begann und das Rad kaum unter Kontrolle bringen konnte. Selten habe ich so etwas krasses erlebt und den nächsten Anstieg so herbeigesehnt. Ab Km60 wurde es endlich flacher. Alles war tropfnass und wollte nicht so recht wieder auftauen…noch 85km lagen vor mir. In solchen Momenten ist Radfahren einfach scheiße . Irgendwann wurde mir dann doch wieder warm und die letzten beiden Pässe, Brezer Joch und Mendelpass liefen sogar recht flüssig.

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Etappenziel

 

 

 

Langfassung

Die 1.Etappe ist geschafft. Für Kathi und mich lief es heute recht gut. Nach einer recht ruppigen Neutralisation auf den ersten 13km, bei der es im stop and go Rhythmus vorwärts ging, verlief die erste Etappe zunächst relativ flach durch das Allgäuer Land. Je näher wir dem ersten Berg kamen, desto kupierter wurde die Strecke und bot schon einige Anstiege. Dann kam der Hochtannbergpass, unser erster Pass der TransAlp. Und wir waren schockiert von der Steigung. Startete der Pass noch mit etwa 5% so wurde es Richtung Gipfel zunehmend steiler. auf ca. 15km hatten wir mit ordentlichen Steigungen zu kämpfen. Die Ausschreibung mit 8% möchten wir da stark anzweifeln. Wir sind sicher: das waren mehr!!! Überraschend für uns war, dass man doch tatsächlich in einer Gruppe dort hochfährt und sich das Feld nicht komplett auseinanderzieht. Der Gipfel schien gar nicht mehr zu kommen und wir kämpften mit dem kleinstmöglichen Gang, der durchaus kleiner hätte sein dürfen. Danach gings in die Abfahrt und es wurde sehr kalt. Weiter gings über den Flexenpass und den Arlbergpass. Dort war es unfassbar neblig. Man sah wirklich nichts mehr. Abzweigungen erkannte man daran, dass man Pfiffe hörte und sehr spät einen Mann mit Fahne in der Hand erkannte. Neben und lag Schnee. In der Auffahrt zum Flexenpass war eine Baustelle mit Schotter und in der Abfahrt war plötzlich Stopp. Krankenwageneinsatz im Tunnel. Was genau passiert war wissen wir nicht aber der Radfahrer lag vor uns auf der Straße. Nach Eintreffen des Notarztes ging es weiter. Doch irgendwie waren wir schon ein bisschen geschockt. Dann den Arlbergpass im dichtesten Nebel hoch und dann nur noch im Regen die Abfahrt hinab nach St.Anton. Kurz vor dem Ort noch einmal ein kurzer Stopp und vor uns klettert gerade ein Notarzt mit Rettungsdecke über die Leitplanke. Weiter gehts, die letzten 3km in den Ort und ins Ziel.
Unser Resultat heute waren 5:06h für diese Etappe und damit Damenteam Nr. 17 von 31 des heutigen Tages.
Am Abend beim Briefing für den kommenden Tag erfahren wir, dass es auf der heutigen Etappe einen Toten gab. Dort wo wir den Notarzt gesehen haben, ist ein Radfahrer über die Leitplanke geflogen und noch an der Unfallstelle verstorben. Der Schock sitzt.
Für morgen ist Kälteeinbruch mit 3°C im Tal und Schneefall auf den Bergen gemeldet. Nachdem gestern die 2.Etappe auf 90km verkürzt worden war, wird die Etappe für morgen nun abgesagt. Wir fahren morgen nur 40km im Tal nach Imst. Nach dem Todesfall heute geht hier der Veranstalter kein Risiko mehr ein. Zu Recht.
Wir sind auch geschockt und gerade wenig motiviert für die kommenden Tage.

Nachdem Etappe 2 wegen dem Wetterumschwung mit Kälte, Regen und Schnee nicht stattfand absolvierten wir heute Etappe 3 wie geplant. Ausgestattet im Winteroutfit mit Mütze und Überschuhen gingen wir an den Start. Der erste Anstieg gleich zu Beginn war die Pillerhöhe. Ein langer Anstieg, der aber gut zu fahren war und erst im letzten Teil etwas steiler wurde. Oben leider Regen und kaaaalt. Entsprechend kalt, nass und ungemütlich war die Abfahrt. Dann ging es bis km 70 nur leicht ansteigend weiter, bevor im letzten Teil der Etappe drei kurze aber sehr heftige Anstiege auf uns zukamen. Angegeben mit 9% fühlte es sich deutlich steiler an und brachte uns ordentlich zum keuchen. Wirklich anstrengend.
Morgen steht nun die Königsetappe an: 137km mit ca. 4000hm.

4.Etappe: Zernez – Livigno: 136,9km mit 3993Hm
Heute stand die Königsetappe auf dem Plan…es gab heute nur hoch oder runter. Wir starteten bei 2°C Außentemperatur dick eingepackt wie im tiefsten Winter. Zum Glück war es heute trocken. Direkt am Ortsausgang von Zernez startete der erste Anstieg hinauf zum Ofenpass auf knapp 2200m Höhe. Dieser Abschnitt einschließlich der ersten Abfahrt wurde bis km39 neutralisiert gefahren…was für die Führenden in Starblock A vielleicht auch spannend war…für uns aber irgendwie albern, weil wir davon eh nichts mitbekommen haben . Schön gleichmäßig und relativ langsam kurbelten Kathi und Yvonne sich also den ersten Pass hinauf um in der anschließenden Abfahrt vor Kälte zu bibbern. Kaum unten angekommen ging es in den bemerkenswertesten Anstieg des heutigen Tages: dem Stilfserjoch (Stelvio). Hier ging es nun am Stück 2000Hm bergan. 48 Kehren galt es zu durchfahren, die schön einzeln nummeriert waren. Yvonne stellte dabei fest, dass sie zwischen Kehre 39 und Kehre 14 irgendwie nichts von den Nummern mitbekommen hatte . Immer höher schraubten wir uns nach oben und konnten recht früh den Gipfel erkennen…der aber in weiter Ferne zu liegen schien. Bald hatten wir die Schneegrenze erreicht. Insgesamt ging es fast 25km mit ordentlicher Steigung berghoch…wir waren also echt lange am Berg unterwegs. Kathi kurbelte und kurbelte und hatte ein wenig mit dem Rücken zu kämpfen. Yvonne kämpfte mit dem Magen, der heute irgendwie keine Lust auf Riegel hatte und mit Übelkeit auf jegliche Nahrungszufuhr reagierte. Nach endlos langem Anstieg kamen wir endlich oben an. Dort war richtig was los und tatsächlich ein paar Menschen an der Strecke. Hinunter ging es in die 20km lange Abfahrt. Gar nicht so ohne mit den ganzen Kehren. Yvonne war froh als sie unten war, wo Kathi bereits wartete. Weiter ging es in die letzten beiden Anstiege des heutigen Tages. Zuerst noch einmal über 15km den Passo Foscagno und noch einen kurzen Anstieg zum Passo d’Eira. Yvonne hatte gut zu kämpfen, denn der Magen blockte nach wie vor und ohne Nahrung war langsam das Limit erreicht. Das verhasste Gel war der letzte Versuch, der tatsächlich ins Ziel rettete. Kathi leistete mentale Motivation. Wir waren froh, als endlich der letzte Höhenmeter absolviert war und wir die letzten 7km nach Livigno rollten. Zum Ziel ging es dann noch eine miese Rampe nach oben, die nun aber auch nicht mehr bemerkenswert war.
Fazit: Etappe 4 geschafft!!!…und alles tut weh, selbst der Oberkörper reagiert überall mit Druckschmerz …das wird ein Spaß morgen.

5.Etappe: Livigno – Aprica: 116,7km + 2878 Hm
Der Pass vor dem wir zitterten: Passo Mortirolo
Nach der knackigen Etappe des Vortages standen für uns heute 4 Pässe auf dem Plan. Mit dabei der geschichtsträchtige Passo Mortirolo. Aber von vorn: Der Tag startete für uns in Livigno bei einer Außentemperatur von -2°C…..aber dafür war es ausnahmsweise mal trocken. Also ging es wie die letzten Tage auch dick eingepackt mit Hand- und Überschuhen an den Start. Die ersten beiden Pässe kannten wir bereits, da wir über diese am Vortag nach Livigno gekommen waren, und überfuhren diese nun rückwärts. Wir gingen das Ganze heute locker an, die Beine waren dick von gestern. Das lief gut an und die Beine zeigten sich erstaunlicherweise schnell betriebsbereit. Nach dem Passo Foscagno bei ca. km 20 ging es dann bis km70 tendenziell bergab. Wir erwischten eine schöne kleine Gruppe und machten einige Kilometer schnell gut. Irgendwann entschieden wir, dass uns die Sache zu schnell wird und ließen uns fallen, um etwas gemächlicher zum gefürchteten Mortirolo zu rollen. es sollte sich zeigen, dass dies eine der besten Entscheidungen des Tages war. Und dann war es soweit. Der Mortirolo tat sich mit etwa 12km steilstem Anstieg vor uns auf. Im Kopf hatte ich einmal den Satz: Schieben zerstört die Pedalplatten; zum Zweiten die Aussage: Hier zu Schieben ist keine Schande; und ich hörte Arila immer noch am Abend vorher sagen: Du musst nur aufpassen, dass der Lenker nicht hochgeht. …mit diesen Gedanken ging es los. Doch bald war klar: wir haben das Ding im Griff. Ja, es war steil…und ja, die Beine brannten…aber: ES LIEF GUT. Langsam aber sehr beständig kraxelten wir den Anstieg hoch. Neben und schoben tatsächlich einige ihr Rad. Wild entschlossen, dass wir das nicht vorhatten, machten wir unglaublich Platz um Platz nach vorne gut und schoben und an einigen vorbei. Vorbei am Pantani-Denkmal (das war echt hässlich ) und dann war es geschafft. Nun noch eine Weile über den Berg düsen und dann ab in die Abfahrt Richtung Aprica. Diese Abfahrt war die vermutlich gruseligste der ganzen Woche. Löcher durchzogen die Straße und immer wieder Schotter und Sand. So einige Fahrer sahen wir in Rettungsdecken gehüllt am Straßenrand. Umso vorsichtiger fuhren wir bergab. dann ein letzter Anstieg über 5km nach Aprica zur Bergankunft. Die Füße tauten zwar bis dahin nicht mehr auf, aber wir kamen nach 6Stunden und 9Minuten in Aprica an. Vor uns noch zwei weitere Etappen.

6.Etappe: Aprica – Kaltern
Die Längste Etappe in diesem Jahr: 144,2km + 2890Hm
Der Zielort Kaltern verhieß uns allmählich in mediterrane Gefilde zu entführen und die Temperaturen steigen zu lassen. Bei 10°C ging es los und wir hofften innigst auf schöneres Wetter. Heute mal die Knielinge statt der Beinlinge angezogen und eine Schicht weniger obenrum. Drei Pässe lagen heute vor uns und der Tag versprach lang zu werden. Bereits unser Start war von ein wenig Pech verfolgt. Es ging zunächst über 15km neutralisiert die Abfahrt hinunter. Das gesamte Feld führ im Pulk in gemäßigtem Tempo zusammen los. Kathi hatte für den Notfall Cola im Trikot, und diese Dose verselbständigte sich, so dass wir kurz halten mussten, um alles wieder sicher zu verstauen. In dieser zeit rollte natürlich ein riesiger teil des Feldes an uns vorbei. Aber egal, weiter gings. Nach der Neutralisation hinauf zum Passo Tornale auf etwa 1900m. Bereits im Anstieg wurde es merklich kälter und bekann zu tröpfeln. Doch der Hammer kam am Gipfel: 2°C, Regen und Nebel. Es war bestialisch kalt. Wir zogen fix alles an, was wir dabei hatten und unser Support hatte zum Glück etwas warmes dabei. Dann gings wohl oder übel ind die Abfahrt vom Passo Tornale….und es wurde noch viel kälter als bisher. Irgendwann wurde es schwer, dass Rad unter Kontrolle zu halten, weil wir so sehr zitterten. Nach der endlos langen 15km Abfahrt waren wir beide halb erfroren. es war unfassbar kalt. Gedanken des Abbrechens kamen in den Kopf. Yvonne wurde einigermaßen schnell wieder warm. Doch Kathi zitterte und zitterte. Einfach wie ausgeschaltet. Die Beine bewegten zwar noch die Pedale, aber völlig ohne Kraft. Noch nie hatten wir uns so sehr gewünscht, dass es wohl bald bergauf gehen möge, damit es wieder warm wurde beim fahren. Wir machten uns Sorgen, wie es wohl weitergehen sollte. Mit der Zeit wurde es dann zum Glück doch besser, und es kam wieder Leben in Katharina. Ein Glück! Und vor uns lagen immer noch 2 Pässe und über 60km. Und Kathi riss sich zusammen und wir bezwungen Kilometer um Kilometer. Immer wieder Regenschauern. Wir waren nass bis auf die Haut. das Brezer Joch bekamen wir dann doch wieder recht gut hin. Und der letzte Pass für heute, der Mendelpass lief richtig gut. Yvonne hatte in der Abfahrt dann ihre Schwierigkeiten mit steilen Rechtskurven, aber endlich endlich erreichten wir die Zeitnahme kurz vor Kaltern nach 6Stunden und 48Minuten. Hier schien tatsächlich die Sonne und eine wundervolle Landschaft mit Weinanbau tat sich vor uns auf.
Die heutige Etappe war für uns am Kraftraubendsten wegen der Kälte und dem Regen.
Nun liegt nur noch der letzte Tag vor uns: Arco, wir werden ankommen!

7.Etappe: Kaltern – Arco
Die Schlussetappe mit 103,5km und 1625Hm

Der letzte Tag: Ein letztes Mal konzentrieren, einmal noch Spannung aufbauen.
Beim Start scheint die Sonne und wir haben 15°C. Trotzdem sind die meisten mit Regenjacke bewaffnet…dem Wetter traut hier keiner mehr.
Los gehts, gute 30km bis zum ersten Anstieg. Das Feld rollt dicht los und wir hängen mittendrin. In einem irren Tempo rasen wir durch die Weinhänge. Plötzlich ein kurzer Schock: ein Schaltwerk springt wie ein Flummi einmal diagonal durch die Reihen. Aber alles gut, nichts passiert. Weiter geht es. Sobald man seine Nase rechts oder links ein klein wenig zu weit raushält, wird es richtig anstrengend. Also klein machen, verstecken und irgendwie den Anschluss halten. So macht das Spaß…es ist echt anstrengend, aber es fetzt. So erreichen wir den Fuß des Fai della Paganella mit einem 39er Schnitt. Und ab in den Passanstieg über 900Hm. Katharina hat Frust von der Kälteetappe gestern und macht ordentlich Druck. Yvonne hat gut zu tun, das Tempo heute mitzugehen. Wir sind im Anstieg viel schneller als die ganze Woche. Aber: wenn nicht jetzt, wann dann? An die folgende Abfahrt kann ich mich gerade nicht mehr recht erinnern. wenns mir wieder einfällt, liefere ich es nach. Dann der letzte Anstieg, der Passo del Ballino. Kathi zerrt an der Kette und prügelt mich den Berg hoch. dann noch eine letzte verfluchte Abfahrt. Der Gardasee liegt schon zu unseren Füßen und da ist sie: Die Matte der Zeitmessung. Gemeinsam, Hand in Hand rollen wir ins Ziel und haben heute noch einmal alles gegeben.
In 3:32h haben wir heute unsere beste Platzierung der Woche geholt.

Vorläufiges Fazit der Woche:
Nachdem die 1.Etappe wirklich nicht schön war, wir von Höhenmetern, Wetter und Unfällen geschockt waren. Dazu ein Todesfall kam und die 2.Etappe abgesagt wurde, waren wir von der Veranstaltung ziemlich abgeschreckt. Die Woche wurde aber immer besser und begann dann doch viel Spaß zu machen. Waren wir am 2.Tag noch der Meinug: Das machen wir nie nie wieder, so relativieren wir das und sagen…naja, vielleicht doch ….aber erst, wenn das mit dem bergabfahren viiiiiel besser läuft. Bergauf waren wir stark und sammelten zu Hauf Fahrer ein…leider holten uns auf den Abfahrten doppelt so viele wieder ein. Das ist frustrierend….aber durchaus auch Motivation.

Naja, das war sie also: die kälteste und nasseste Transalp der Geschichte.
Und wir waren dabei.
Insgesamt hatten wir diese Woche eine reine gemessene Etappenfahrzeit von 34:19:46,5 Stunden in 6 Tagen (da Tag 2 ja ausgefallen ist).

3 Gedanken zu „Drama in 7 Etappen

  • 15. Juli 2013 um 11:14 Uhr
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    Irre

  • 17. Juli 2013 um 15:32 Uhr
    Permalink

    Ihr seid echt der Knaller…. und Irre ;-)

  • 25. Juli 2013 um 06:39 Uhr
    Permalink

    Huhu! Toller Bericht! Echt der Hammer! Wenn ihr das nächstes Jahr wiederholt bin ich dabei :-)!

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