{"id":6571,"date":"2017-08-07T20:19:55","date_gmt":"2017-08-07T19:19:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/?p=6571"},"modified":"2017-09-02T11:23:18","modified_gmt":"2017-09-02T10:23:18","slug":"oli-beim-ironman-zuerich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/?p=6571","title":{"rendered":"Oli beim Ironman Z\u00fcrich"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: center;\">Ironman Switzerland in Z\u00fcrich<\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Der Ironman Switzerland stand schon einmal fast ganz oben auf meiner Rennliste. Im Sp\u00e4tsommer 2014 entschied ich mich allerdings 2015 in Kalmar beim Ironman Sweden zu starten. So ganz vergessen war diese Location allerdings nie. Nach dem sehr harten Rennen im letzten Jahr in Kopenhagen wollte ich mich nicht gleich wieder f\u00fcr den Folgesommer auf ein Rennen festlegen. Erst einmal brauchte ich etwas Abstand zum geregelten Training und zu dieser Distanz. Der Ironman Switzerland kam somit wieder ins Ged\u00e4chtnis, kann man sich dort sehr kurzfristig anmelden und somit lie\u00df ich mir mit einer Entscheidung, ob es den vierten IM in Folge geben soll, Zeit bis zum Fr\u00fchjahr. Ob es eine Sucht ist, m\u00f6chte ich an dieser Stelle offen lassen, aber der Reiz im Sommer wieder \u00fcber die Finshline zu laufen war doch gr\u00f6\u00dfer als die Entbehrungen in der Freizeit in den folgenden Monaten.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/2_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_000232-9607310.jpg\" rel=\"attachment wp-att-6574\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6574 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/2_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_000232-9607310-200x300.jpg\" alt=\"2_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_000232-9607310\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/2_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_000232-9607310-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/2_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_000232-9607310-768x1152.jpg 768w, http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/2_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_000232-9607310-683x1024.jpg 683w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Ende M\u00e4rz meldete ich f\u00fcr den IM Switzerland. Die Herausforderung dieses Jahr lag auch wieder darin, in sehr geringer Trainingszeit das Maximum heraus zu holen. Ich hatte um die zehn Wochenstunden Zeit f\u00fcr ein sehr strukturiertes und voll auf Qualit\u00e4t ausgerichtete Training. Ohne die ganz langen Einheiten hatte absolvieren zu k\u00f6nnen, machte ich mich mit meinen Supporter auf den Weg Richtung Z\u00fcrich.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Der Wetterbericht f\u00fcr den Wettkampftag sagte wunderbare 29 Grad und\u00a0 Sonnenschein voraus, also optimale Bedingen. Und so sollte es auch kommen. Beim Schwimmstart ging \u00fcber der Gebirgskette die Sonne auf und bescherte uns beim Schwimmen imZ\u00fcrichsee eine G\u00e4nsehautstimmung. Der See war mit 23 Grad sehr angenehm und das Wasser hatte Trinkwasserqualit\u00e4t. Schon beim Schwimmen merkte ich, heute l\u00e4uft es ganz gut. Bedingt durch den Rolling-Start hatte sich sehr schnell eine gute Gruppe gebildet und wir konnten sehr homogen die Strecke absolvieren. Nach einer Stunde war das Schwimmen abgehakt &#8211; schade eigentlich &#8211; es war sehr sch\u00f6n im See.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Die Wechselzone 1 war mal wieder mein pers\u00f6nliches Waterloo. Wenn das Rad bei der Nummer 335 steht, sollte man sich nicht wundern, warum es bei 235 nicht zu finden ist. Aber egal, sprechen wir nicht mehr dr\u00fcber. Auf dem Rad fand ich schnell meinen Rhythmus und den Weg am See entlang konnte ich die ersten flachen 35 Kilometer mit einem 40er Schnitt absolvieren. An einem Kreisel mussten wir links abbiegen, dem See mit seiner flachen Stra\u00dfe den R\u00fccken kehren und in das bergige Hinterland radeln. Die Anstiege hatte ich im Vorfeld begutachtet und war somit auf die folgenden Kilometer eingestellt. Meine gew\u00fcnschten Wattwerte konnte ich gut dr\u00fccken und \u00fcberholte einige Mitstreiter. Auf den steilen Abfahrten war volle Konzentration gefragt, meist durfte nicht in Aeroposition gefahren werden. Nach 70 Kilometern kamen wir wieder auf der Seestra\u00dfe an. Der R\u00fccken zwickte etwas, aber mit\u00a0 auffrischendem R\u00fcckenwind fuhr ich Richtung Wechselzone, um an dieser weitere 10 Kilometer vorbei zu fahren und den Heartbreakhill anzugehen. Hier herrschte Tour-Feeling pur. Auf einem Kilometer mit 15% Steigung wurde ich durch eine Menschengasse nach oben geschrien. G\u00e4nsehaut pur und gef\u00fchlt keine Steigung! Zur\u00fcck an der Wechselzone zeigte der Tacho 2:27 Stunden f\u00fcr die komplette Runde. Ich lag zeittechnisch und von den Wattwerten her genau im Soll. Perfekt. Zur\u00fcck auf der Seestra\u00dfe erwartete mich starker Gegenwind. Fuhr ich in der ersten Runde noch 40 Km\/h musste ich mich jetzt mit 35 Km\/h zufrieden geben. Da ich mich gut f\u00fchlte, steigerte ich meine Wattwerte um 15 Watt und versuchte den Schnitt wieder etwas anzuheben. Hinterher ist man nat\u00fcrlich immer Schlauer. Aber diese 15 Watt waren zu viel. Bereits im ersten Anstieg durfte ich sch\u00f6n leiden. Das Leiden wurde beim zweiten Anstieg noch gr\u00f6\u00dfer. Was mich positiv stimmte, alle um mich herum hatten deutlich mehr zu k\u00e4mpfen als noch 2 1\/2 Stunden zuvor. Um mich nich komplett auf dem Rad zu zerst\u00f6ren, schraubte ich nun die Werte nach unten. Anstrengend war es immer noch, die Geschwindigkeit bergauf glich mehr einem \u201eHoffentlich nicht umfallen\u201c und die Uhr tickte gnadenlos durch. Auch der R\u00fccken hatte so langsam keine Lust mehr auf Radfahren und die Seestrecke zur\u00fcck brachte nicht mehr sehr viel Freude. Zum Schluss noch einmal die 15%-Welle hoch und dann stand die gro\u00dfe \u00dcberraschung bevor. Wie f\u00fchlen sich die Beinchen an, wenn ich absteige und in die Wechselzone laufe? Yes! Die Beine waren gut! Schnell musste noch das Rad an den St\u00e4nder geh\u00e4ngt werden, der richtige Beutel gegriffen und ganz fix ging es aus dem Zelt auf die Laufstrecke.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Vier Runden erwarteten mich dort. Die Strecke hatte ich mir im Vorfeld nicht angeschaut, somit konnte ich die erste Runde als \u00dcberraschungs- und Entdeckungstour nutzen. \u00dcberraschungen gab es viele! Von Br\u00fccken und Unterf\u00fchrungen, Wendepunkten, Kopfsteinpflaster in s\u00e4mtlichen Formen und Gr\u00f6\u00dfen \u00fcber Baustellen und lustigen Schildern an niedrigen Br\u00fcckend\u00e4chern mit Aufschriften wie \u201eWatch your head!\u201c Trotz des unrhythmischen Kurses fand ich schnell in meinen eigenen Rhythmus und konnte die angestrebte Pace finden. Die Temperatur stieg mittlerweile an die 30 Grad heran und neben der Energieaufnahme an den Verpflegungsstellen war das Abk\u00fchlen durch Schw\u00e4mme und Eis super wichtig. Meine Verpflegungsdurchl\u00e4ufe sahen alle gleich aus. Schw\u00e4mme nehmen und sofort in den Anzug am Nacken stecken, Wasserbecher aufnehmen, trinken, Colabecher aufnehmen, trinken, Eisw\u00fcrfel aufnehmen und in den Anzug stecken, Bouillonbecher nehmen, trinken, Wasserbecher nehmen, trinken und zum Abschluss noch einmal einen Schwamm nehmen und \u00fcber dem Kopf ausdr\u00fccken. Dieses Ritual gab es alle 2,5 Km! Zus\u00e4tzlich steckte in meinem Anzug noch eine kleine Flasche, die mit Gel gef\u00fcllt war. Nach der ersten Runde f\u00fchlte ich mich richtig im Wettkampf angekommen und ich konnte weiter meine Pace laufen und mich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in der AK nach vorne arbeiten. In der dieser Runde sollte dann das passieren, weshalb eine Langdistanz nie planbar ist. Wahrscheinlich durch die einsetzende M\u00fcdigkeit und Unaufmerksamkeit blieb ich in einer Baustelle mit meinem Fu\u00df an einer Kante h\u00e4ngen. Um nicht zu st\u00fcrzen, machte ich eine Ausfallschritt. Dabei schoss es mir in den R\u00fccken und erst einmal blieb mir richtig die\u00a0 Luft weg. Ab diesem Moment schmerzte es abartig, immer wenn ich mit dem rechten Fu\u00df aufsetze. Drei Kilometer k\u00e4mpfte ich mich durch, dann ging nichts mehr. Ich musste anhalten und versuchte meinen R\u00fccken ganz langsam zu dehnen und zu mobilisieren. In diesem Moment war die Finishline ganz weit weg. Zum ersten Mal war ich mir nicht sicher, ob ich mir \u00fcberhaupt eine Medaille umh\u00e4ngen lassen kann. Locker versuchte ich wieder anzulaufen. Es schmerzte nach wie vor. Ich lief \u00fcber 6 Minuten pro Kilometer und rechnete mir im Kopf hoch, wie lange ich die Schmerzen noch aushalten muss. Das Ergebnis ging nicht! Also hie\u00df es die Z\u00e4hne zusammenzubei\u00dfen und noch einmal zu probieren zu beschleunigen. Um so schneller ich lief, um so mehr schmerzte der R\u00fccken. Der Gedanke, aber deutlich k\u00fcrzer den Schmerz ertragen zu m\u00fcssen, lie\u00df mich in der dritten Runde wieder um die 4.30 Km\/min laufen. Allerdings kostete es unglaublich viel Kraft. Mit rechts konnte ich kaum den Boden ber\u00fchren und am Ende der dritten Runde rechnete ich im Kopf hoch, was ich laufen muss, um noch unter zehn Stunden zu bleiben. Es war nicht mehr viel im Tank, der Kampf um AK Pl\u00e4tze war in den Kampf um die pers\u00f6nliche Zeit gewichen. In den Verpflegungsstationen lies ich mir Zeit und z\u00e4hlte die Kilometer runter. Erst als ich bei Kilometer 41 das letzte Rundenb\u00e4ndchen bekam war ich mir sicher, das Ziel zu erreichen. Die Euphorie, die ein Zielkanal normalerweise bei mir ausl\u00f6st, blieb dieses Mal weg. Ich war einfach nur froh, nach 9:51:37 Stunden das Ziel \u00fcberquert zu haben.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div id=\"outerContainer\" class=\"sidebarOpen\" style=\"text-align: justify;\">In den Minuten nach dem Rennen, wenn man alleine im Athletsgarden sitzt, konnte ich die letzten Stunden review passieren. Ich stellte mir die Frage: Bin ich mit dem Rennen zufrieden? Selbstkritisch musste ich mir eingestehen, die Luft in den vorderen R\u00e4ngen meiner Altersklasse ist sehr d\u00fcnn und mit dem Trainingsaufwand, den ich leisten konnte, ist wahrscheinlich auch bei einem perfekten Rennen ein Spitzenplatz nicht zu erreichen. Dass ich wieder unter 10 Stunden geblieben bin und den zweiten Teil der Marathon Strecke mit diesen R\u00fcckenschmerzen durchgezogen habe, l\u00e4sst mich diesen Ironman als Erfolg abhaken. Es ist eine traumhafte Kulisse, in der dieses Rennen ausgetragen wird, ein wunderbarer See und meine Familie und Freunde waren an der Strecke mal wieder der Oberhammer. Diese Dinge werden mir in Erinnerung bleiben.<\/div>\n<div class=\"sidebarOpen\" style=\"text-align: justify;\">\n<div><\/div>\n<div class=\"textLayer\">\n<div>Auch im vierten Jahr bin ich wieder einer Menge Menschen dankbar f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung. Sei es nur ein kleines aufbauendes Gespr\u00e4ch oder das ganze Komplettpaket im Vorfeld und am Wettkampftag, inklusive Anfeuerung an der Strecke oder mitfiebernd am Liveticker. Das gemeinsame TTF-Schwimmtraining, die Runday- Mondays, das Trainingslager im Fr\u00fchjahr, die unz\u00e4hlige Kilometer mit dem Chefcoach, das Garagen-Training und die medizinische und physiologische Betreuung. Ganz viele haben mit kleinen und gro\u00dfen Zahnr\u00e4dchen dazu beigetragen, dass ich die Ziellinie erreicht habe. Besonders m\u00f6chte ich meiner ganzen Familie danken, f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis, die Unterst\u00fctzung, die Geduld, die Freude, das leckere Essen und die Tritte in den Hintern,<\/div>\n<div>wenn es regnet und ich nicht trainieren will.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"sidebarOpen\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"textLayer\">\n<div>Oma und Opa, ab jetzt k\u00f6nnt ihr gemeinsam meine Rennen verfolgen. Ihr wart beide bei mir und ich wei\u00df, ihr habt mitgefiebert<\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/40_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_023474-9607348.jpg\" rel=\"attachment wp-att-6579\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6579 alignleft\" src=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/40_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_023474-9607348-200x300.jpg\" alt=\"40_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_023474-9607348\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/40_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_023474-9607348-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/40_m-100773476-DIGITAL_HIGHRES-1793_023474-9607348-768x1152.jpg 768w, 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