{"id":5508,"date":"2015-08-25T14:26:38","date_gmt":"2015-08-25T13:26:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/?p=5508"},"modified":"2015-09-01T10:32:48","modified_gmt":"2015-09-01T09:32:48","slug":"ironman-schweden-kalmar","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/?p=5508","title":{"rendered":"Ironman Schweden Kalmar"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\">Ironman Schweden Kalmar \u2013 Oli L. ist auf der Reise und hat Seitenwind<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist unglaublich, aber ich muss heute feststellen, dass mein Rennen in Kalmar meinen bisher gr\u00f6\u00dften pers\u00f6nlichen Erfolg darstellt. Nichts ist vergleichbar mit den Erfahrungen, die ich w\u00e4hrend meiner 226km langen Reise durch die Region Kalmar machen durfte oder musste. Zwar ist die Definition des Erfolges eine andere, als die urspr\u00fcnglich geplante, mit der ich nach Kalmar gereist bin, aber mit dem Abstand von einigen Tagen kann ich f\u00fcr mich pers\u00f6nlich sagen, es ist gut so, wie es abgelaufen ist. Es war bei weitem nicht das Rennen, wie es geplant war, wenn man einen Ironman \u00fcberhaupt planen kann. Aber alles der Reihe nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Nach Kopenhagen im August 2014 war f\u00fcr mich schnell klar, n\u00e4chstes Jahr stehe ich wieder an der Startlinie f\u00fcr einen Ironman. Die Suche nach dem passenden Rennen gestaltete sich zun\u00e4chst etwas schwierig und \u00fcber Umwege ergatterte ich einen Startplatz f\u00fcr Kalmar. Schwimmen in der Ostsee -kannte ich nun bereits aus Kopenhagen-, das l\u00e4uft. 180 absolut flache Radkilometer, spitze! Nur drei Runden \u00e1 14 Kilometer fand ich vom Kopf her ideal. Herz, was willst du mehr?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Mit einer doch recht durchwachsenen Vorbereitung, gekennzeichnet durch viele H\u00f6hen und Tiefen, kam ich nun am 15. August an das Hafenbecken von Kalmar und stand meiner zweiten Langdistanz gegen\u00fcber. Insgesamt wollten sich an diesem Tag 2800 Athleten auf diese Reise begeben, um ihr pers\u00f6nlich gestecktes Ziel zu erreichen. Mein Ziel sah zum einen die Verbesserung der Zielzeit, zum anderen eine bessere Platzierung in der Alterklasse gegen\u00fcber Kopenhagen vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0028.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-5509 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0028-1024x683.jpg\" alt=\"DSC_0028\" width=\"448\" height=\"299\" srcset=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0028-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0028-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Variante des rollenden Starts konnte jeder Athlet sich seiner realistischen Zielzeit f\u00fcr das Schwimmen zuordnen und gemeinsam mit Peggy wollte ich die 1. Stunde angehen. Wir standen sehr weit vorne, was mir etwas zu denken h\u00e4tte geben sollen, aber nun gut \u2013 es ging los \u2013 der Startschuss. \u00dcber eine Treppe gelangte man ins Wasser des Hafenbeckens von Kalmar und dieses geh\u00f6rte zur Sorte \u201eerfrischend\u201c. Nach ca. 50 Metern bogen wir aus dem kleineren Teil des Hafenbecken in den gr\u00f6\u00dferen ab und schlagartig begann der Kampf. Durch den starken Wind gab es sehr hohe Wellen und das Meer war extrem unruhig. Ich musste derart darum k\u00e4mpfen, die erste Boje zu erreichen, dass ich nach 400 Metern schon mit meinen Armen am Limit angekommen war. Nach einem 90\u00b0-Knick kam die l\u00e4ngste Gerade und die Wellen peitschen direkt von der Seite, teilweise \u00fcber einen hinweg. Mir war durch das Geschaukel und die immense Anstrengung so schlecht, dass ich mich auf dieser Geraden zweimal \u00fcbergeben musste. Es war sehr schwierig auf Kurs zu bleiben. Bald tat ich es meinen Mitschwimmern, die total verstreut um mich herum waren, gleich und wir hielten kurz an, paddelten und orientierten uns immer dann, wenn wir von einer Welle noch oben gehoben wurden. Auf dem R\u00fcckweg von der \u00e4u\u00dfersten Boje kamen mir einige Athleten entgegen, die total vom Kurs abgetrieben wurden. Sp\u00e4testens zu diesem Zeitpunkt war mir die Zeit beim Schwimmen absolut egal. Ich wollte es nur noch hinter mich bringen. Sauberes, kr\u00e4ftesparendes Schwimmen war nicht m\u00f6glich. Teilweise konnte ich nur windm\u00fchlenartig Schwimmen, da mir die Wellen bei der \u00dcberwasserphase die Arme kreuz und quer wegschlugen. Als ich an der Mole im Hafenbecken meine Supporter erkannte, war ich heilfroh, das gro\u00dfe Becken zu verlassen und nur noch um eine kleine Halbinsel schwimmen zu m\u00fcssen. Bei dem ruhigen Wasser an der Mole entlang konnte ich auch sofort wieder gleiten und mich ein wenig beim Schwimmen entspannen. Um die bisherige Strecke zu absolvieren, musste ich bereits zu diesem Zeitpunkt absolut an mein Schwimmlimit gehen und genau das sollte man beim Ironman ja eigentlich nicht. Leider hatte ich die Rechnung ohne den Bojensetzer gemacht. Die letzte gro\u00dfe Wendeboje stand noch einmal au\u00dferhalb des Hafenbeckens und musste komplett gegen die Wellen angeschwommen werden. Meine Arme waren so fertig und ich k\u00e4mpfte nur noch gegen die Wellen an. Als ich endlich um die Boje rum war und durch die letzte Br\u00fccke auf den Schwimmausstieg zuschwamm, war ich einfach nur froh, es \u00fcberstanden zu haben. Meine Schulter und Arme waren Matsch, auch meine Beine musste ich mehr anstrengen, als ich es geplant hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0081.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-5510 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0081-1024x683.jpg\" alt=\"DSC_0081\" width=\"446\" height=\"298\" srcset=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0081-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0081-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt ging es jedenfalls auf das Rad und ab da konnte es ja nur besser werden. Als ich mein Rad vom Wechselplatz nahm, traf ich Peggy -so schlecht konnte mein Schwimmen dann wohl doch nicht gewesen sein- und wir w\u00fcnschten uns noch eine gute Fahrt. Die hatte ich auch, jedenfalls bis Kilometer 2. Ab diesem Zeitpunkt bekam ich Schmerzen im rechten Bein und den Adduktoren. Ich rutschte auf meinem Sattel hin und her und versuchte mein Bein zu entlasten, aber nichts half. Relativ schnell folgte die Auffahrt auf die \u00d6landbr\u00fccke, komplett mit Gegenwind. Im Wiegetritt versuchte ich halbwegs mit Geschwindigkeit dort hoch zu kommen und trotzdem meinem Bein gerecht zu werden. Auf der Abfahrt der Br\u00fccke fand ich eine Aeroposition in der das Bein halbwegs zu ertragen war. Die Folgen dieser Sitzhaltung sollte ich im sp\u00e4teren Verlauf noch merken. Zu diesem Zeitpunkt aber fand ich so langsam meinen Rhythmus. Die Strecke f\u00fchrte kerzengerade Richtung S\u00fcd\u00f6land. Der Wind blies konstant aus Osten, es gab so gut wie keine Kurven oder B\u00fcsche, somit konnte ich mich auf den st\u00e4ndigen Seitenwind einstellen. Worauf ich mich nicht eingestellt hatte, war ein riesiger Hubbel auf der Stra\u00dfe, der urpl\u00f6tzlich vor mir auftauchte. In einem kleinen \u00d6rtchen, in dem normal nur 30 km\/h gefahren werden sollen, war ein gro\u00dfer Schweller auf die Stra\u00dfe gepflastert worden, damit die Autos auch sch\u00f6n runterbremsen. An meinem Wettkampftag schepperte es dort zweimal und meine beiden Radflaschen verabschiedeten sich und platschten auf die Stra\u00dfe. Grunds\u00e4tzlich kein Problem, da es ja alle 25 Kilometer Verpflegungsstationen gab. Da ich aber nur fructosefreie Gels vertrage, ging mit einer der Flaschen auch meine Verpflegung f\u00fcr die zweiten 90 Radkilometer verloren. Es gab f\u00fcr mich nur zwei Optionen: 1. Wie angedacht weiterzufahren und zu versuchen, so schnell wie m\u00f6glich in die Wechselzone zu meiner Laufverpflegung zu kommen oder 2. Fahrt rauszunehmen, K\u00f6rner zu sparen und aber deutlich sp\u00e4ter bei meiner weiteren Verpflegung anzukommen, die im Laufbeutel in Kalmar deponiert war. Ich entschied mich f\u00fcr weiter drauf halten. Sp\u00e4testens zu diesem Zeitpunkt bekam der Wettkampf eine neue Ausrichtung. Ich will das Ding nur ins Ziel bringen, ging es mir durch den Kopf. Egal in was f\u00fcr einer Zeit und mit was f\u00fcr einer Position. Ein Ersatzgel hatte ich noch mitgenommen sowie ein Snikers, welches es bei Kilometer 90 als Motivation geben sollte. Auf \u00d6land bogen wir nach 60 Kilometer links ab, um auf der anderen Inselseite wieder nach Norden zu fahren. F\u00fcnf harte Gegenwindkilometer standen dort auf dem Programm und es war sehr schwierig mehr als 20 km\/h flach zu fahren. Aber auch dieser Abschnitt ging rum. Die R\u00fcckfahrt nach Norden unterschied sich von der Fahrt nach S\u00fcden nur darin, dass der Wind jetzt von rechts kam und der linke Arm den Lenker immer wieder gef\u00fchlt nach unten dr\u00fccken musste, da das Rad seitlich unter mir etwas schief stand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Kilometer 70 verlor ich dann, w\u00e4hrend des Einf\u00fcllens des Gels in meine Radflasche, mein Snikers. In diesem Moment verstand ich die Welt nicht mehr -Wer oder was m\u00f6chte mich hier \u00e4rgern?-. Die Frustration \u00fcber den n\u00e4chsten Verlust der Energiezufuhr setzte aber eine Trotzreaktion frei und ich erh\u00f6hte weiter in Ma\u00dfen mein Tempo. Nach und nach fuhr ich auf vor mir fahrende Athleten auf und an ihnen vorbei. Ich machte in den folgenden Kilometern Platz um Platz gut. Hinzu kam, dass einige Athleten scheinbar nicht mehr ihr Anfangstempo halten konnten. Mit \u00fcber 50 Km\/h und dem Wind im R\u00fccken ging es \u00fcber die \u00d6landbr\u00fccke zur\u00fcck auf das Festland. Auf dem Weg zur 60 Kilometer langen Inlandrunde mussten wir direkt an der Wechselzone vorbei. Dort gab es einen Vorgeschmack auf die tolle Unterst\u00fctzung der Zuschauer und pers\u00f6nlichen Supporter, die uns beim abschlie\u00dfenden Marathon begleiten sollten. Auf Position 10 der AK und irgendwo im Gesamtklassement auf Platz 50 liegend verlie\u00df ich Kalmar Richtung Norden. Zu diesem Zeitpunkt lief es perfekt. Ich konnte einen sehr guten Rhythmus treten und auf vereinzelte Athleten auffahren. Das Feld war zu diesem Zeitpunkt sehr versprengt, Gruppen gab es so gut wie keine und im Allgemeinen leisteten die Wettkampfrichter eine tolle Arbeit. Die Penaltyboxen, gerade auf den ersten 110 Kilometern, waren gut besucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab Kilometer 140 musste ich dann leiden. Zun\u00e4chst konnte ich die obere Begrenzung meiner vorgegebenen Wattzahlen nicht mehr treten. Auch der R\u00fccken meldete sich immer \u00f6fter. Einige Minuten verbrachte ich damit, einen neuen Rhythmus zu finden und meinen R\u00fccken zu dehnen. Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit schaute ich auf den Tacho und dieser stand immer noch bei 141 km &#8211; das konnte doch nicht wahr sein. Zehn Minuten zuvor war ich doch schon genauso weit gewesen oder nicht? Ich ersehnte die Wechselzone herbei, aber laut Anzeige waren es nun noch 40 Kilometer. Das raubte mir kurzzeitig stark die Motivation. Als ich f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter immer noch eine 141 dort entdeckte, war mir klar, irgendetwas l\u00e4uft hier schief. Ich hatte meine Pulsuhr noch am Handgelenk und auf dieser leuchteten bei der Distanz 158km auf. Das las sich gleich viel besser. Trotzdem litt ich weiter. Mein R\u00fccken wollte einfach keine Aeroposition mehr mitmachen und selbst die minimale Wattvorgabe war schwierig einzuhalten. Ich f\u00fchlte mich einfach leer. Als letzte Rettung fuhr ich bei den Gegenwindpassagen auf dem kleinen Kettenblatt und versuchte, eine h\u00f6here Umdrehung zu treten. Vereinzelt \u00fcberholten mich jetzt Athleten und ich konnte ihnen immer nur f\u00fcr ein bis zwei Kilometer folgen. Dann musste ich sie ziehen lassen. Diese letzten 20 Kilometer zogen sich wie Kaugummi. Mir schoss nur durch den Kopf, wie soll ich gleich laufen? Ich bekam kaum die Kurbel rum und es standen jetzt noch 42 Kilometer an. Bei der Einfahrt nach Kalmar konzentrierte ich mich auf meinen Abstieg! Er gelang, ja diese H\u00fcrde war geschafft. Zu meiner Verwunderung konnte ich mein Rad nicht abgeben, sondern musste es eigenst\u00e4ndig zum Platz bringen. So kam ich wenigstens nicht auf doofe Gedanken, wie sich die Beine beim Laufen anf\u00fchlen w\u00fcrden, sondern konzentrierte mich darauf, meinen Radplatz zu finden. Im Wechselzelt nahm ich erstmal ein Gel und dann den Helm ab. Ich setze mich auf die kleine Bank und atmete durch, zog meine Schuhe an und dachte nur: Hier sitzen bleiben w\u00e4re auch nicht verkehrt. Hier ist es ganz sch\u00f6n! Aber da drau\u00dfen stehen die, die extra wegen mir hierher gekommen sind, also Hintern hoch und raus hier!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/1120_039315.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-5511 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/1120_039315-681x1024.jpg\" alt=\"1120_039315\" width=\"404\" height=\"607\" srcset=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/1120_039315-681x1024.jpg 681w, http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/1120_039315-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/1120_039315.jpg 1416w\" sizes=\"auto, (max-width: 404px) 100vw, 404px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu meinem Erstaunen konnte ich auch sehr gut loslaufen. Die vielen Menschen in der Innenstadt und vor allem meine Supporter feuerten mich so derma\u00dfen an, dass die Gedanken um die m\u00fcden Beine und den nicht mehr ganz so entspannten R\u00fccken sehr schnell vergessen waren. Meinen angestrebten Kilometerschnitt von vier Minuten und drei\u00dfig Sekunden konnte ich sehr gut laufen und kam in einen sch\u00f6nen Rhythmus. \u00dcberall an der 14 Kilometer langen Laufrunde hatten sich meine Leute verteilt und feuerten mich an. Die erste Runde war ein purer Genuss und verflog total schnell. Auf dem Weg zur\u00fcck in die Innenstadt konnte ich sogar so etwas wie einen Runnershigh versp\u00fcren. Es machte einfach nur Spa\u00df. An jeder Verpflegungsstation nahm ich Wasser\/Cola\/Wasser auf und von meinem Energieloch am Ende des Radfahrens war nichts mehr zu sp\u00fcren. Zu Beginn der zweiten Laufrunde musste ich f\u00fcr meine Pace zwar wieder arbeiten, aber das hatte ich im Training oft genug ge\u00fcbt. Der gro\u00dfe Hammer kam dann bei Kilometer 18. An dieser Verpflegungsstation musste man eine kleine Welle hinauf laufen und das ging nicht mehr. Ich bekam meine Beine nicht mehr angehoben. Keine Panik, dachte ich, erst mal in Ruhe Wasser und Cola trinken, das stille \u00d6rtchen aufsuchen (das war eh n\u00f6tig) und anschlie\u00dfend wieder locker anlaufen. Es blieb dann auch beim lockeren Laufen. Ich hatte solche Kr\u00e4mpfe in den Beinhebern, dass ein langer Schritt und eine saubere Flugphase nicht mehr drin waren. Bald war der Halbmarathon geschafft und ich hoffte, wenn ich es jetzt ruhig angehe, alles in den Verpflegungen mitnehme, w\u00fcrde ich mich vielleicht wieder fangen k\u00f6nnen. Bei jeder Verpflegungsstation ging ich und konnte zwischen den Stationen nur noch einen 5:20 Km\/min Schnitt laufen. Mehr lief nicht mehr. Als ich am Ende der zweiten Runde am Zielkanal vorbei lief, w\u00fcnschte ich mir, mich einfach nur noch hinter dem Ziel hinzulegen. Dieser Gedanke war auf der gesamten dritten Laufrunde pr\u00e4sent. Viele Erinnerungen habe ich an diese Runde nicht mehr. Nur an die letzten vier Kilometer. Alle meine Supporter waren gef\u00fchlt \u00fcberall und feuerte mich ununterbrochen an. Mit dem Letzten was die Beine hergaben schleppte ich mich in die Innenstadt zur\u00fcck und bog endlich auf die lange Gerade ein, an deren Ende der Zielbogen stand. Was mir in diesem Moment durch den Kopf ging, ist nicht zu beschreiben. Ich denke jeder, der eine Langdistanz ins Ziel gebracht hat, wei\u00df, was ich meine. Als ich die letzten 100 Meter auf dem roten Teppich lief und die Menschen auf der Trib\u00fcne klatschten und ich den Satz, \u201eYou are an Ironman!\u201c h\u00f6rte, waren all die Qualen der letzten 9:52:29 Stunden vergessen. Diesen Zieleinlauf konnte ich deutlich mehr genie\u00dfen, als den letztes Jahr in Koppenhagen und endlich konnte ich mich hinlegen. Direkt hinter der Ziellinie. Ich wei\u00df nicht wie lange ich dort lag, aber neben der k\u00f6rperlichen Ersch\u00f6pfung gingen mir ganz viele Dinge durch den Kopf. Ich musste an all die Menschen denken, die extra wegen mir nach Kalmar gefahren waren, an alle daheim, die den Tag vor dem Liveticker verbrachten und an einige, ohne die dieses Projekt niemals h\u00e4tte stattfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/1120_037478.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-5512 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/1120_037478-683x1024.jpg\" alt=\"1120_037478\" width=\"372\" height=\"558\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein pers\u00f6nlicher Erfolg, den ich aus Kalmar mit nach Hause nehme, ist der Sieg \u00fcber mich selbst. Oft hat der Kopf gesagt, lass es sein, hat der K\u00f6rper mir an diesem Tag den Dienst quittieren wollen, aber ich habe immer weitergemacht. Nat\u00fcrlich nicht mit der Performanz, die ich gerne gezeigt h\u00e4tte. Eine schnellere Zeit war unter diesen Umst\u00e4nden einfach nicht m\u00f6glich. F\u00fcr mich ist es an diesem Tag nebens\u00e4chlich geworden, welchen Schnitt ich gerade schwimme, fahre oder laufe. Ich wollte, auf Grund der Umst\u00e4nde, jede einzelne Disziplin nur ins Ziel bringen und das ist mir gelungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Ziel, mich gut zu platzieren, konnte ich jedoch verwirklichen und mich \u00fcber den 16. Platz in der AK und den 79. Platz im gesamten Feld freuen. Eine Steigerung gegen\u00fcber Kopenhagen, die als Fazit zul\u00e4sst: Da ist also noch Luft nach oben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-5513 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0004-1024x683.jpg\" alt=\"DSC_0004\" width=\"475\" height=\"317\" srcset=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0004-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/DSC_0004-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Da solch ein Projekt nur mit der Hilfe eines tollen Umfeldes gelingen kann, m\u00f6chte mich noch bei einigen Menschen bedanken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein riesiges Dankesch\u00f6n geht an Maren (daf\u00fcr, dass ich diesen Sport so betreiben kann), meine Eltern (die am Wettkampftag mehr gelitten haben als ich), Meike und Marco (f\u00fcr die Massagen und dass ihr immer da seid \u2013 das ist ein gutes Gef\u00fchl), Manuel (du geborener Motivator), Paddy (f\u00fcr deine direkten und aufbauenden Worte), Anna und Martin (es war gut, euch immer wieder zu sehen und zu h\u00f6ren \u2013 sorry f\u00fcr die Flasche), Michael und Gaby (saustark, dass ihr mit dabei wart \u2013 Michael, im weitesten Sinne bist du ja daran schuld, dass ich \u00fcberhaupt zum Triathlon gekommen bin).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch ein riesiges Dankesch\u00f6n an alle, die zu Hause mitgefiebert haben. Stellvertretend m\u00f6chte ich mich hier bei Timm bedanken. Weltklasse, wie du uns den ganzen Tag mit Zeiten versorgt hast!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich noch drei Menschen Danke sagen, ohne die ich nicht am Start gewesen w\u00e4re oder es nicht zu Ende gebracht h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Helmut Krieger f\u00fcr die schnelle und supergute Betreuung, wenn mal wieder der Kopf explodierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Latzi, f\u00fcr die muskul\u00e4ren und manchmal seelischen Wiederherstellungsk\u00fcnste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nat\u00fcrlich ein gro\u00dfer Dank an J\u00fcrgen. Nur dank deiner Masterpl\u00e4ne bin ich so weit gekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.08.2015 &#8211; Ironman Kalmar<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":5514,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[191],"tags":[8],"class_list":["post-5508","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-triathlonduathlon-2015","tag-oliver-lieblein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5508","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5508"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5508\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5522,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5508\/revisions\/5522"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5514"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}