{"id":2093,"date":"2012-09-26T22:18:54","date_gmt":"2012-09-26T21:18:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/?p=2093"},"modified":"2012-09-26T22:18:54","modified_gmt":"2012-09-26T21:18:54","slug":"ein-wochenende-beim-70-3-france","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/?p=2093","title":{"rendered":"Ein Wochenende beim 70.3 France"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Verr\u00fcckt, verr\u00fcckter, ein Wochenende beim 70.3 France<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/OliZiel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-2095\" title=\"OliZiel\" src=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/OliZiel.jpg\" alt=\"\" width=\"537\" height=\"484\" srcset=\"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/OliZiel.jpg 852w, http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/OliZiel-300x270.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 537px) 100vw, 537px\" \/><\/a><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein dunkler, verregneter Dezemberabend, gerade war ich von einem Tempodauerlauf im Dunkeln nach Hause gekommen. Ich f\u00fchlte mich gut und die obligatorische Dezembergrippe kam in diesem Jahr nicht. Wow, schon zwei Monate Grundlagentraining ohne Unterbrechung wurden abgespult und \u00fcberm\u00fctig durchst\u00f6berte ich das Internet nach einer Mitteldistanz. Die ganzen Jahre zuvor hatte ich mich an keine l\u00e4ngere Strecke als die Kurzdistanz in Viernheim getraut. Aber in 2012 sollte es soweit sein. Nur wo und wann? Im Fokus standen die Ligarennen und die Termine waren bereits bekannt. Die Klassiker im Hochsommer vielen somit raus und es sollte nach M\u00f6glichkeit keine flache Radstrecke sein. Wie ich auf diesen Gedanken gekommen bin, wei\u00df ich allerdings nicht mehr! Da mir Rennen in N\u00e4sse und K\u00e4lte ja auch nicht so liegen, kam ich auf das noch ganz neue Rennen im S\u00fcden von Frankreich. 2011 wurde in Aix-en-Provence das erste mal eine 70.3 Veranstaltung ausgetragen und die Stimmen sowie das Wetter \u00fcberzeugten mich. Und was sind schon lockere 1200 Kiolomter Anfahrt? Also nicht weiter dar\u00fcber nachgedacht und angemeldet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erste Zweifel kamen auf, als ich im engeren Freundeskreis von diesem Vorhaben berichtete. Mit fragenden Blicken wurde ich in den kommenden Tagen angeschaut \u2013 nein da sind keine Ferien. Ich fahre freitags nach der Schule runter, mache am Sonntag den Wettkampf und dann geht\u2019s wieder nach Hause. Ja, am Montag ist wieder Schule!\u00a0 Ein kleiner Haufen glaubte an dieses Vorhaben und somit hatte ich Marco, Sepp und Manollo an meiner Seite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gut, die Vorbereitung verlief dann doch nicht so glatt, aber trotzdem f\u00fchlte ich mich in den letzten Wochen mit einer ansteigenden Formkurve bereit f\u00fcr das Abenteuer Mitteldistanz.\u00a0 P\u00fcnktlich um 12 Uhr wurde ich von den Jungs an der Schule abgeholt und wir starteten in Richtung Sommer! Sehr kurzweilige 720 Minuten sp\u00e4ter checkten wir bei 23 Grad Au\u00dfentemperatur in Aix-en-Provence im Hotel ein. Am Samstag hie\u00df es dann, sich im s\u00fcdfranz\u00f6sischen Stra\u00dfenverkehr durch eine wundersch\u00f6ne Altstadt zu schl\u00e4ngeln und die Startunterlagen zu besorgen sowie die Schuhe in der T2 einzuchecken. Gleich darauf ging es in Richtung T1, vorbei an h\u00fcbsch anzuschauenden H\u00fcgeln und einer traumhaften Landschaft. Am See angekommen, verschafften wir uns zun\u00e4chst einmal einen \u00dcberblick der Gesamtsituation. Sehr schnell fiel auf, irgendwie sehen hier alle total fit und durchtrainiert aus. Nach der qu\u00e4lenden Laufradfrage checkte ich das Rad ein \u2013 das alleine war schon ein Highlight \u2013 und der Beutel mit Helm etc. wurde abgegeben. Anschlie\u00dfen plantschten Manollo und ich ein paar Minuten in einem wundersch\u00f6nen See. Tolle Wasserqualit\u00e4t und kalt genug f\u00fcr den Neo!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was im Anschluss folgte, sollte mir dann doch die entspannte Vorfreude etwas vertreiben. Die Abfahrt der Radstrecke mit dem Auto dauerte 2 \u00bd Stunden. Teilweise mussten die Anstiege im ersten Gang gefahren werden, 5,5% Steigung scheinen in Frankreich irgendwie anders zu sein als bei uns in Nordhessen. Den Asphalt k\u00f6nnte man als grobk\u00f6rnig beschreiben, aber am Meisten bescherten mir die Abfahrten Bauchschmerzen. Was f\u00fcr ein Knaller!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von diesen Eindr\u00fccken erholten wir uns abends in Cassis, einem wundersch\u00f6nen kleinen Ort direkt am Mittelmeer und ich versuchte einfach nicht an das Radfahren zu denken.<br \/>\nIm Hotel angekommen, wurde der Wecker auf 4:45 Uhr gestellt und so schnell wie m\u00f6glich geschlafen. Schon vor dem Wecker war ich wach! Was habe ich mir nur dabei gedacht?! Kurzdistanzen sind doch auch was sch\u00f6nes und die Sprints erst. Na gut, nicht kneifen und irgendwie das Rennen genie\u00dfen. An dieser Stelle hier schon einmal einen dicken Dank an die Jungs, die mir bereits an diesem Morgen doch eine gro\u00dfe moralische St\u00fctze waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stockfinster war es, als wir am See ankamen. Mit Taschenlampe bewaffnet \u00fcberpr\u00fcfte ich den Reifendruck und bef\u00fcllte meine Radflaschen. Hinter dem \u00f6stlichen Gebirgszug wurde es immer heller und die Nacht verschwand langsam, w\u00e4hrend ich mich in den Neo zwang. Letzte aufmunternde und motivierende Worte von Marco, Sepp und Manollo und dann musste ich mit all den hundert anderen zur Startbox. Trotz der Menschenmassen f\u00fchlte ich mich sehr einsam. Was habe ich mir nur dabei gedacht:1,9 km schwimmen, 90,1 km Radfahren und dann einen Halbmarathon. Noch nie habe ich einen Halbmarathon gefinishet. Warum kommen solche Gedanken immer vor dem Start? Als f\u00fcnf Minuten vor dem Start die Sonne hinter den Bergen direkt vor uns aufging, huschte ein Grinsen \u00fcber mein Gesicht. Genau wegen diesen Momenten trainiert man doch, um jetzt hier zu stehen und das zu erleben. Laute Musik kam aus den Boxen, die Sonne war nun vollst\u00e4ndig hinter dem Berg hervor gekommen und uns auf den ersten 900 Schwimmmetern direkt ins Gesicht scheinen. Der Countdown zum Start begann, wir klatschten alle im Sekundenrhythmus die letzten zehn Sekunden mit und dann ging es los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Landstart! Nach wenigen Metern erreichte ich das Wasser, f\u00fcnf oder sechs Schritte konnte ich noch machen und dann fiel der Boden stark nach unten ab und wir st\u00fcrzen uns in die Fluten. Meine gro\u00dfe Bef\u00fcrchtung f\u00fcr das Schwimmen best\u00e4tigte sich nicht. Es gab kein Hauen und Stechen. Im Gegenteil, es verlief total entspannt. Das lag unter Umst\u00e4nden auch daran, dass ich mich an die goldene Regel meines Triathlonmentors hielt und ganz auf der rechten Seite startete. Schnell befand ich mich in einer gut funktionierenden Gruppe und wir f\u00fcnf sollten die gesamte Schwimmstrecke zusammen bleiben. Im Gegensatz zu den Ligarennen war es ein super sch\u00f6nes Schwimmen und ich f\u00fchlte mich auch auf dem R\u00fcckweg noch fit und druckvoll. Als ich schlie\u00dflich den Teppich am Ausstieg erreichte, traute ich meinen Augen kaum. Unter 30 Minuten und das ganze ohne mich total ins Koma zu schwimmen. So kann es weiter gehen! Schon bevor ich die Badekappe abzog, h\u00f6rte ich meine Supporter. Lautstark pushten sie mich in die Wechselzone. Raus aus dem Neo und ab auf\u2019s Rad.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten 10 Kilometer waren flach und am Vortag war der Plan, dort sch\u00f6n Druck zu machen und diese Kilometer mit einem ordentlichen Schnitt abzuspulen. Druck musste ich ohne Ende machen, aber mit dem hohen Schnitt war es nichts. Eine starke Briese blies mir ins Gesicht. Mit M\u00fche konnte ich die 30 km\/h halten und dieser Wind begleitete mich bis Kilometer 65 auf der Radstrecke. Auf den wenigen Flachpassagen konnte ich nicht in Aeroposition fahren, da mir das Rad sonst um die Ohren geflogen w\u00e4re und eigentlich h\u00e4tten die Anstiege auch ohne Gegenwind ausgereicht. Das krampfhafte Halten des Lenkers und die Vibrationen durch den Asphalt sollte ich noch in den nachfolgenden Tagen in den Armen sp\u00fcren. Damit zu k\u00e4mpfen hatten aber alle Starter, somit wollte ich mich mit diesem Problem auch nicht weiter besch\u00e4ftigen. Bergauf lief es im Vergleich zu meinen Mitstreitern um mich herum ganz ordentlich. Nur im Bergabfahren habe ich an diesem Tag eine Lehrstunde erhalten. Da sind mir die Jungs schlichtweg um die Ohren gefahren. Eine bessere Streckenkenntnis w\u00e4re ganz klar von Vorteil gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch die letzte Abfahrt war irgendwann rum und ich erreichte Aix-en-Provence und schl\u00fcpfte raus aus den Schuhen. Die ersten Meter in der Wechselzone f\u00fchlten sich wiedererwartend richtig gut an. Rein in die Schuhe und ab auf die Laufstrecke. Auch die ersten Meter waren super, bis ich um die erste Ecke bog und eine Rampe auf mich wartete. Oh nein, vier Mal muss ich da hoch. Was soll\u2019s, wo es hoch geht, muss es ja auch wieder runter gehen. Dass noch weitere zwei gemeine Rampen pro Laufrunde auf mich warten w\u00fcrden, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.\u00a0 Als ich das erste B\u00e4ndchen mein Eigentum nennen konnte, war die Moral allerdings am Boden. Nach dieser Radstrecke so eine fiese Laufstrecke hatte ich einfach nicht erwartet. Und jetzt wei\u00df ich warum bei unserer Mitteldistanz im Fuldatal die Starter ausblieben. Solch eine Laufstrecke braucht kein Mensch, ging es mir durch den Kopf. Aber irgendwie musste ich da jetzt durch, schlie\u00dflich standen die Jungs an der Strecke und die waren unglaublich. In den kleinen Gassen schrien sie sich die Seele aus dem Leib und ich hatte das Gef\u00fchl sie sind \u00fcberall. Ich konzentrierte mich auf den Laufstil und teilte mir die Streckenabschnitte im Kopf immer von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle ein. Dort griff ich nach allem was ich bekommen konnte und hatte ab der dritten Runde teilweise sechs Becher in der Hand. Moralischer Tiefpunkt kurz nach der H\u00e4lfte der dritten Runde, als ich an Marco und Sepp vorbei lief, da kam der Gedanke, ich muss noch eine bl\u00f6de Runde. Warum nur? Meinen Unmut rief ich den Jungs zu, aber die schrien mich nur an und ich lief irgendwie weiter. In dieser Rennphase kam dann auch das Bed\u00fcrfnis auf, wenn ich im Ziel bin lege ich mich nur noch auf den Boden, einfach nur hinlegen. Und diese Vorfreude befl\u00fcgelte mich auf dem R\u00fcckweg der letzten Laufrunde. Als endlich das vierte Band am Arm hing, ging alles ganz schnell. Nur noch um einen Kreisverkehr herum und dann endlich in den Zielkanal abbiegen und auf den Zielbogen zulaufen. Dort stand in gro\u00dfen Lettern mein Name und ich war f\u00fcr diesen Moment einfach nur gl\u00fccklich. Keine Schmerzen, nichts. Aber ich habe mich hingelegt, einfach nur hingelegt und die Medaille in meiner Hand gedr\u00fcckt. Als ich nach wenigen Sekunden wieder aufgestanden bin, tat mir aber sehr schnell so ziemlich alles weh, was weh tun kann. Angeblich waren meine ersten Worte wohl auch: \u201eSo etwas mache ich nie wieder!\u201c\u00a0 Aber daran kann ich mich nicht erinnern. Dank einer guten Zielverpflegung ging es aber schnell wieder aufw\u00e4rts und verzweifelt suchte ich nach einer Dusche. Aber daran hat der Veranstalter nicht gedacht. Somit musste ich mich in einem Brunnen waschen, auch was Neues.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Rad-Checkout machten wir uns dann schnell Richtung Auto, um die Heimreise anzutreten. Es lag ja noch ein kleines St\u00fcckchen Weg vor uns. Tauschen wollte ich in dieser Situation nicht mit den Jungs. Nachdem im Auto in den ersten sechs Stunden das Rennen analysiert wurde, freuten wir uns alle nur noch auf unser Bett. Diese Vorfreude befl\u00fcgelte das Auto und nach nur zehn Stunden waren wir um 2 Uhr nachts schon daheim.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend kann ich zu diesem Wochenendausflug nur sagen: Es war ein riesiger Spa\u00df mit den Jungs. Danke, dass ihr diese Strapaze f\u00fcr mich und mit mir auf euch genommen habt. Ich habe viel \u00fcber diese Streckenl\u00e4nge und mich gelernt und ich ziehe noch mehr den Hut als zuvor vor allen, die die doppelte Distanz bew\u00e4ltigen. Ihr seid doch alle wahnsinnig!<\/p>\n<p><strong>[nggallery id=27]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>70.3 Ironman France 23.9.2012<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":2094,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[117],"tags":[8],"class_list":["post-2093","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-triathlon-2012","tag-oliver-lieblein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2093"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2093\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2102,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2093\/revisions\/2102"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2094"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2093"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tri-team-fuldatal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}